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Wirtschaften in der Zukunft:
Wertbildung 1
Wertbildung 1




Wirtschaften in der Zukunft:
Wertbildung 2
Wertbildung 2
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Auszüge aus dem Buch

Wirtschaften in der Zukunft

Gemeinsinn ... ist Wertbildung durch Arbeit an Naturgrundlage

...Stellen wir uns eine geschlossene Wirtschaft vor, die sich noch in dem Zustand der blossen Bearbeitung von Grund und Boden befindet und die nicht im Austausch mit angrenzenden Wirtschaften steht. Wir können uns die ganze Erde als ein solches Gebiet denken. Wertbildend in ihm ist die umittelbar an der Natur verrichtete körperliche Arbeit. Die Natur als solche hat keinen volkswirtschaftlichen Wert - erstt das durch Arbeit in den wirtschaftlichen Verkehr gebrachte Naturprodukt. Die Höhe der Wertbildung ergibt sich aus dem Verhältnis der Bevölkerungszahl zur verfügbaren brauchbaren Bodenfläche. Was hiervon im Stadium der blossen, unmittelbaren Bodenbearbeitung' auf den einzelnen entfällt, ist "Urproduktion"', deren er im Minimum bedarf. Produktion und Bedarf werden möglichst übereinstimmen, denn es wird niemandem einfallen, für den Abfall zu produzieren. Der mit der Arbeit verbundene Faktor Zeit ist in der Basis der Wertbemessung eingeschlossen. Entstehen durch den Kulturfortschritt Bedürfnisse anderer Art und kommt durch einen auf dem Kulturfortschritt beruhenden zweiten Wertbildungsfaktor, nämlich den der intelligenten Organisation der Arbeit (u.a. Technik) eine Ersparnis der unmittelbar an der Natur geleisteten körperlichen Arbeit zustande, können Menschen für Tätigkeiten freigestellt werden, die sich von der Arbeit unmittelbar an der Natur emanzipieren. Der Wert dessen, was jemand in der ausserhalb der Bodenbearbeitung stehenden Tätigkeit hervorbringt - beziehungsweise leistet -, entspricht dem auf ihn aus der Bodenproduktion entfallenden Teil. Ihn haben wir oben als das "Ur"- beziehungsweise Minimalbedürfnis charakterisiert und bezeichnet.

Alle Arbeit, die geleistet wird, hängt von der Bevölkerungszahl ab und kann sich letzten Endes j a nur mit dem verbinden, was aus dem Boden, aus der Natur schlechthin kommt. Aus solchen an der Natur erwirtschafteten Leistungen lebt der Mensch; das ist, was jeder zu seiner Existenz braucht. Demgegenüber stehen geistige Leistungen, die unter anderem die Arbeit an der Natur organisieren (rationalisieren), die aber erst ermöglicht werden, indem Arbeit an der Natur erspart wird. Ihr Wert wird genau durch diese Einsparung bestimmt. Für diejenigen, welche wegen ihrer geistigen Leistungen Arbeit unmittelbar an der Natur nicht erbringen, also davon freigestellt sind, müssen andere, die in der Bodenbearbeitung verbleiben, den auf sie entfallenden Teil des von uns bezeichneten "Ur"- oder Minimalbedürfnisses übernehmen.

Man kann nicht einfach fragen: wieviele Produkte a entsprechen wievielen Produkten b, also z.B. wieviele Kartoffeln entsprechen wievielem Weizen, wieviel Weizen entspricht einem Hemd, einem Radio oder einer Unterrichtsstunde, weil sie sich so nicht ohne weiteres vergleichen lassen. Der gemeinsame Bezugspunkt im volkswirtschaftlichen Sinne ist die für das eine oder andere Produkt an der Natur aufgewendete oder ersparte Arbeit. Also: Es handelt sich also bei den Werten, die hervorgebracht werden, einmal um körperlich aufgewendete Arbeit, das andere Mal um eine solche Arbeit, die eine Arbeitsersparnis durch Intelligenz, durch Geist beinhaltet. Die Aufhebung körperlicher (handwerklicher) Arbeit durch geistige Arbeit im volkswirtschaftlichen Sinne macht den Wert letzterer bestimmbar.

Der Landwirt arbeitet unmittelbar an der Natur ", soweit er es körperlich tut. Derjenige, der Kleider herstellt, arbeitet nicht mehr direkt an der Natur. Seine Arbeit enthält schon etwas von dem, was ersparte körperliche Arbeit ist. Aber sie geht auf die Natur zurück. Bis hin zu den aus anspruchsvollsten geistigen Leistungen hervorgebrachten Gütern (z.B. Computer) gehen alle Produkte letztlich auf die Natur, beziehungsweise auf das Arbeiten mit Produktionsmitteln, zurück. Das sind die Werte, durch direkte oder indirekte Arbeit an der Natur erzeugt, welche auf das gesamte Gebiet der in sich geschlossenen Volks- oder Weltwirtschaft verteilt werden müssen. Als das Mittel des gegenseitigen Austausches der Leistungen, genauer als das kompensatorische Mittel des Austausches handwerklicher und geistiger Leistungen, dient das Geld.

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