Konjunktur

Nach der heutigen Auffassung ist der wirtschaftliche Wert einer Leistung gleich dem Markt- oder Geldpreis; Leistung definiert als materielles oder immaterielles Arbeitsergebnis. Diese geldkapitalistische Betrachtungsweise liefert eine bloss nominelle, zum Menschen beziehungslose Vergleichsgrösse; der Preis ist ja lediglich Ausdruck des Verhältnisses zweier ausgetauschter Leistungen. Der Mensch spielt heute in dem Verhältnis Geldmenge (Sozialprodukt) keine Rolle, daher gibt es für den wirtschaftlichen Wert heute kein anderes Verständnis als den Geldpreis. Der Marktpreis bestimmt also die Höhe des Leistungserträgnisses und bildet somit Anreiz für die Leistungsmenge. Diese bestimmt die Höhe der Einkommen. Und so wird die Konjunktur solange zur Obsession des Wirtschaftens, als Leistungserträgnis und Einkommen nicht als Grössen für sich erfasst werden können und sie daher interdependent wirken, d.h. sich gegenseitig bedingen. Dann wird das Leistungserträgnis, nicht das Bedürfnis eigentlicher Initiator der Produktion und wird zu deren Geissel.

In der prospektiven assoziativen Wirtschaft bildet die Geldmenge Äquivalent der Wertschöpfung, die sich aus dem Verhältnis der Bevölkerungszahl zur benötigten Bodenfläche (Naturgrundlage) ergibt, und richtet sich also nach der Bevölkerungszahl. Alle durch körperliche Arbeit einer Gemeinschaft am Boden gewonnenen Güter ergeben den Naturgewinnungswert, von dem jeder lebt (Sozialprodukt). Geteilt durch die Bevölkerungszahl stellt er die Sozialquote dar. Sind Einkommen und Leistungserträgnis durch Bindung der Geldmenge an die Sozialquoten getrennt erfassbar, kann der Preis zusätzlich die Funktion des Ausgleiches zwischen variablen Bedürfnissen und dank Organisationswert ebenfalls variablem Wert der einzelnen Leistungen übernehmen; für die Einkommen unabhängig davon, ob viel oder wenig konsumiert wird.

Ausführlicheres über Konjuktur findet sich im Buch "Das Neue Geld".
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