Wachstumszwang

Wachstumszwang - auflösbar durch Verständnis bisher vernachlässigter Grundgesetze.

Den geldlichen Gegenwert von Freistellung (Kapital) eigentumsmässig im Sinne des heutigen Eigentumsbegriffes horten kann man grundsätzlich, sofern und solange man materielle Güter, Grund und Boden inbegriffen, horten kann. In Form von Leihgeld oder dessen Sekurisation lässt sich Kapital halten, wenn diese direkt oder indirekt Zugriff auf Naturgewinnungswerte gewähren. (Der gesamtwirtschaftliche Gesichtspunkt schliesst den individuellen der rein nominellen Geldakkumulation in Form des Kontoguthabens oder Bargeldes ein.)

Seine Vermehrung als Geldkapital und dessen Verzinsung, heute Obsession des Wirtschaftens, verlangen daher die fortlaufende Rationalisierung landwirtschaftlicher und industrieller Produktion zur fortlaufenden Erhöhung materieller Produktion. Und sie verlangen ein Wesentliches, nämlich dass die Geldmenge mit der Leistungsmenge schlechthin, ja unabhängig davon überhaupt wächst, was auf eine Monetarisierung von Organisationswerten hinausläuft. Wird Freistellung bzw. Kapital aus den heutigen Eigentumsverhältnissen heraus erzwungen und der in den Einkommen der Arbeitsleister enthaltene kompensatorische Anteil an Organisationswert durch monetäre Verwässerung zur Schaffung weiterer materieller Produktion entzogen, geraten Einkommen von Arbeitsleistern und "Schenkungsgeldabhängigen" unter Druck. In dem Konkurrenzkampf zwischen Kapital- und Arbeitseinkommen, in dem alle Produktion am liebsten dorthin verlagert würde, wo sich die Lohnkosten asymptotisch gegen null näherten, wird nicht mehr das Bedürfnis, sondern das Leistungserträgnis zwecks Einkommens- und Kapitalbeschaffung zum Initiator des Wirtschaftens und zum Auslöser des Wachstumszwanges.

Ausführlicheres über Wachstumszwang findet sich im Buch "Das Neue Geld".
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