Arbeitslosigkeit

Das Leistungserträgnis teilt sich mittels Eigentum in Kapitaleinkommen und Arbeitseinkommen (Lohn). Der eigentumsbedingte Gegensatz Kapital-Lohn führt zur Elimination des Arbeitseinkommens als Unkostenfaktor. Ein kompensatorisches Einkommen in Form der Arbeitslosenunterstützung zur Erhaltung von Kaufkraft wird der anonymen Gesellschaft überantwortet. Unter dem heutigen Aspekt des Eigentums werden Gewinne privatisiert, systemgefährdende Verluste hingegen sozialisiert.

Solange die Arbeit als Ware in der Wirtschaft zirkuliert, kommt man nicht aus dem Konkurrenzkampf zwischen Lohn und Kapital heraus mit allen Folgen der unnötigen Arbeit als Einkommensgelegenheit, der Inflation oder Deflation, des Desinteresses an der Arbeit. Die Güterpreise spiegeln dann die Lohnhöhe und Arbeitszeit wider, anstatt, davon unbelastet und allein bestimmt durch die Bedürfnisse, mittels assoziativer Ausrichtung der Produktion in Übereinstimmung mit den individuellen Einkommen gebracht zu werden. Das allerdings setzt voraus, dass an die Stelle des herkömmlichen Kapital-Lohn- Systems die freie Vergesellschaftung (Assoziation) der Erbringer materieller und immaterieller Leistungen tritt.

Das Leistungserträgnis - der Marktpreis für das Arbeitsergebnis - ist aus dem heutigen Rechts- und Wirtschaftsverständnis heraus eigentumsmässig Kapital, und somit wird das Arbeitseinkommen bzw. der Lohn aus dem Kapital bezahlt. An die Stelle der Leibeigenschaft ist das Lohnabhängigkeits- und hypothekarische Schuldverhältnis getreten. Leistungserträgnis minus Arbeitskosten wird zum Renditefaktor für das Kapital, bei gesamtwirtschaftlicher Betrachtung. Die Kapitalrendite bestimmt den Geld- und Verkehrswert des Kapitals. Nach dieser Orientierung entscheidet das Leistungserträgnis unter Berücksichtigung der erzielbaren Rendite darüber, ob ein Gut erzeugt werden soll oder nicht, und somit wird nicht das Bedürfnis, sondern das Leistungserträgnis zum Initiator des Wirtschaftens. Kapital und Arbeit als Ware begründen den Kampf zwischen Kapitalrendite und Arbeitskosten, der im ruinösen Preiskonkurrenzkampf endet. Aufgrund ihrer unmittelbaren Koppelung an das Leistungserträgnis hat die Arbeit zwei Aspekte: Sie ist einerseits Unkostenfaktor, anderseits Gelegenheit, Einkommen zu erzielen. Vom Standpunkt des Kapitals gilt es, die Kosten für die Arbeit zu eliminieren, die Arbeit dorthin zu verlagern, wo sie am billigsten ist. Zwecks Einkommensbeschaffung aber entartet Arbeit auch zu unnötiger Tätigkeit. Und so führt Arbeit als Ware in Abhängigkeit vom Kapital einerseits zu Arbeitslosigkeit, anderseits zu Verschleisswirtschaft.



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